10. Blue River

Irgendwie habe ich heute das Gefuehl, es geht die ganze Zeit leicht bergab. Jedenfalls habe ich am Abend stattliche 135 Kilometer hinter mir.
Mt Robson
Ich fahre ueber Valemount im Robson Valley nach Blue River. In Valemount sehe ich, als ich eine Bruecke ueber einen kleinen Bergbach passiere, einige Lachse, die sich im Wasser tummeln.

Auf der Landkarte sind zwischen Valemount und Blue River noch zwei weitere Orte eingezeichnet. An der Strasse kann ich jedoch nix erkennen…

Kurz vor Blue River kommt dann mein erstes “Baerenerlebnis” in diesem Kanadaurlaub. Ca. 100 Meter vor mir “hoppelt” ein junger Schwarzbaer ueber die Strasse. Ich halte erst mal an. Zum einen, weil junge Baeren ja oft in Begleitung Ihrer Mutter untergwegs sind, von der ich lieber etwas Abstand halten will. Zum anderen, weil ich meine Kamera herauskrame. Nach einiger Weile fahre ich weiter, weil keine Mutter kommt. Aber auch dem Bild wird auch nix, weil der Nachwuchs schon das Weite gesucht hat.

In Blue River nehme ich den ersten von zwei Campgrounds. Es ist uebrigens der Erste Campingplatz auf meiner Reise, der kein Baerensicheres Schliessfach fuers Essen hat. Mit einem nicht ganz so guten Gefuehl lagere ich mein Essen vorm Zelt.

Ausser mir ist uebrigens noch ein weiterer Radreisender auf dem Campingplatz. Ein Schweizer, der sich 4 Monate unbezahlten Urlaub genommen hat und jetzt von Texas aus nach Kanada geradelt ist.

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9. Mount Robson

Aus “noch kurz mal ein par Bier aus der Stadt (3 Kilometer vom Campingplatz) holen” wurde gestern abend nichts mehr. Ein kollossaler Platzregen hat mich ueberrascht und ich musste erst mal unter dem Dach des Liquor Store warten. Die Gesetzeslage in Kanada kommt mir jetzt ueberhaupt nicht entgegen. Zuhause in Deutrschland wuerde ich mich jetzt einfach hinsetzen, anfangen mein Bier zu trinken und warten, bis der Regen aufhoert. Hier jedoch ist ja Alkoholkonsum in der Oeffentlichkeit bekanntlich verboten. Aber Not macht erfinderisch, und so besorge ich mir in der benachbarten Tankstelle einen grossen schwarzen Muellsack, funktioniere ihn zur Regenjacke um und mache mich auf zum Zeltplatz. Dort angekommen, ist mein Oeberkoerper wirklich relativ trocken. Nur der Rest ist klatschnass. Aber Marcio und Freundin sowie ein par Kanadier und Deutsche sitzen schon im Kittchen Shelter und haben den Ofen angeheitzt. Ich kann meine Klamotten trocknen und kann endlich anfangen, mit den anderen etwas Bier zu trinken. Gegen spaeter kommen voellig ueberraschend noch die beiden Spanier vorbei, die in Lake Louise schon ihre Partytauglichkeit bewiesen hatten…
yellowhead pass
Am naechsten Morgen komme ich trotz der netten Runde recht zuegig aufs Rad und mache mich bei bestem Wetter auf den Weg. Ich geniesse den Rueckenwind, der Yellowhead Pass hat nur leichte Steigungen und die Landschaft ist wie gehabt vom feinsten. Am Yellowhead Pass verlaeuft uebrigens die kanadische Wasserscheide – je nachdem auf welcher Seite “ein Regentropfen runterfaellt”, fliesst er in Pazifik oder Atlantik. Und weil das nicht reicht, verlaueft hier auch noch die Grenze der lokalen Time Zone, ich stelle also die Uhr um eine Stunde zurueck. Im weiteren Verlauf fuehrt die Strasse noch am Moose Lake vorbei, einem der vielen bildschoenen kanadischen Postkartenseen.
moose lake
Am Abend erreiche ich nach gut 90 Kilometern Mount Robson, mit gut 3950 Metern der hoechste Berg der Rocky Mountains. Hier sind auch zwei Campingplaetze. Ich kaufe nochmal im kleinen Food Store was zu essen, und hau mich ins Zelt…

mount robson

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8. Jasper

“Die Zivilisation” hat mich wieder. Jasper zumindest ist ein kleiner Touristenort mit all Ihren Errungenschaften. Ich entscheide mich, von Ihnen Gebrauch zu machen und bleibe hier einen Tag. In Jasper treffe ich auch Yamaguchi, einen 20-Jaehrigen Japaner, der sich entschlossen hat, sein Englisch-Studium abzubrechen und anstattdessen mit dem Rad von Vancouver nach Banff zu fahren. Dazu hat er sich ein stinknormales Einkaufsrad fuer 200 kanadische Dollar (etwa 140 Euro!!!) gekauft. Er hat schon ca. 1200 Kilometer hinter sich, und im Grossen und Ganzen haelt die Karre… Nur der verstellbare Vorbau und das Tretlager sind etwas locker. Zumindest bei ersterem kann ich helfen, beim Tretlager muss ichh jedoch mangels Werkzeug passen. Ich druecke ihm die Daumen, dass sein Fahrrad bis Banff haelt!

Ebenfalls am Whistlers Campground in Jasper ist Marcio aus Brasilien. Mit Ihm und seiner Freundin werde ich wohl nachher noch ein par Bierchen trinken….

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7. Jasper

Was ich gestern hochgestrampelt habe, kann ich heute gemuetlich herunterrollen. Vorher jedoch halte ich jedoch kurz noch am Columbia Icefield Center, um etwas zu essen. Das Self-Service “Restaurant” hier zumindest ist aber nicht sonderlich empfehlenswert und zudem recht teuer.

jasper

Ich rolle also bald gemaechlich weiter, auch diese Etappe fuehrt mich durch eine wunderbare Berglandschaft.

jasper athabasca falls
Entlang des Athabasca River fahre ich nach Jasper. Ca. 30 Km vor Jasper entschliesse ich mich, die weniger befahrene Nebenstrecke zu nehmen. Das ist auch kein Fehler. Ich
waipiti

komme an den malerischen Athabasca Falls vorbei, und das Staesschen schlaengelt sich erst entlang einiger Seen vorbei, spaeter fuehrt es dann entlang des Athabasca River bis nach Jasper. Kurz vor Jasper sehe ich dann noch neben der Strasse eine Elchkuh samt Kalb grassen. Auf meiner letzten Kanadareise sah ich unweit dieser Stelle einen Schwarzbaeren am Strassenrand.

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