Von Cache Creek aus fahre ich nach Lilloet. es ist mal wieder verdammt heiss, und auch recht huegelig. Ich fahre durch eine eindrucksvolle Landschaft aus Prairie und sie umgebenden Bergen.

Es geht langsam, aber sicher bergauf… die Landschaft bekommt im Laufe der Strecke wieder einen leicht alpinen Touch.
Nachmittags mache ich rast an einem Bergsee und schwimme eine Runde. Im Nachhinein gesehen war das nicht sehr schlau, denn es macht mich muede. Dafuer geht es aber bald wieder bergab, und ich komme schliesslich in Lillooet an.

Auf dem Weg dorthin passiere ich das Land einer “native community”, das Land gehoert einem Indianerstamm.
Auch Lillooet selbst erinnert etwas an den Wilden Westen. Aus den Baracken, die ich spaet abends am Fraser River sehe, schliesse ich, dass hier immer noch nach Gold gegraben wird.

Lilloet
Cache Creek
In Kamloops konnte ich bequem noch abends um 10 Uhr ohne Trikot radfahren. Also erwarte ich fuer den heutigen Tag uebelste Hitze. Und so sollte es auch kommen.
Nach Kamloops geht es zudem erst mal ordentlich bergauf. Ich beginne “dezent” zu schwitzen wie ein Tier. Baeume sind mittlerweile sehr selten in der Landschaft, vertrocknetes Gras bestimmt das Bild..

Nach 20 oder 25 Kilometern wird die Hitze so sengend, dass ich beschliesse, erst mal “Siesta” zu machen. Unter dem Vordach eines Obstladens mitten in der Landschaft mache ich anderthalb Stunden Pause.
Zwei Jungs die kommen, um am Laden ein par kleine Schoenheitsreparaturen vorzunehmen, warnen mich vor der Hitze im Tal das Vor mir liegt, und legen mir nahe, nochmals Wasser an der naechsten Tankstelle zu kaufen.

Danach kaeme naemlich erstmal nur Wueste. Ich stocke also meinen Wasservorrat wieder auf 4 Liter auf, die mir auch gerade so fuer die naechsten 50 Kilometer reichen.
Auf dem weg erinnert eine kleine Gedenktafel an englische Siedler, die sich hier anfangs des 20. Jahrhunderts niederliessen. Schon nach kurzer Zeit kehrten Sie aber wieder nach Europa zurueck, um fuer Koenigin und Vaterland zu kaempfen und auch zu sterben.
Verfallene Blockhuetten erinnern noch heute an sie.
In Cache Creek angekommen freue ich mich ueber den relativ guenstigen, aber dennoch gepflegten Campingplatz, der endlich auch mal wieder eine Moeglichkeit ins Internet zu gehen bietet.
Kamloops
So langsam veraendert sich die Landschaft. Die bisher an deutsche Mittelgebirge erinnernden Berge werden falacher, und der Wald wird immer lichter. Im grossen und ganzen geht es bergab, das ist als Radfahrer natuerlich immer schoen. Aber es wird auch langsam spuerbar waermer.

Mittlerweile habe ich beschlossen, vonn Kamloops aus nicht direkt nach Vancouver, sondern ueber Whistler zu fahren. Hier ist der groesste und bekannteste Bikepark der Welt, und wenn ich mich beeile, werde ich noch etwas Zeit haben, mich dort etwas auszutoben.
Also beschliesse ich, heute auf jeden Fall bis Kamloops zu fahren, das sind immerhin von Clearwater aus ca. 130 Kilometer.

Da ich heute mal wieder nicht ganz so frueh aus den Federn gekommen bin, wird es 22.30, bis ich dort ankomme.

Zum ersten mal uebernachte ich heute nicht auf dem Zeltplatz, sondern nehme das erstbeste Motel. Das ist eines der gehobenen Klasse, und so werde ich fuer die Uebernachtung in Kamloops immerhin umgerechnet 60 Euro los.
Aber ich bin froh, kein Zelt mehr aufbauen zu muessen, und falle nach dem Duschen zufrieden und erschoepft ins Bett.
11. Clearwater
Langsam veraendert sich die Landschaft. Sie ist jetzt nicht mehr so hochalpin, wie noch 100 oder 200 Kilometer zuvor. Die Landschaft erinnert mich an den Schwarzwald. Im Tal, durch das ich fahre sind jetzt auch die ersten Wiesen – vorher war ja alles voller Wald. Je weiter ich komme, desto mehr ist die Landschaft von der Landwirtschaft gepraegt.

Am Abend komme ich nach Clearwater. Seit Banff die erste Stadt mit mehreren Geschaften, Fast Food Lokalen usw. Ich campe am Dutch Lake Motel Campingplatz. Mit 25 Dollar ist der zwar recht teuer, aber erstens ist er an einem traumhaften See gelegen und zweitens und vor allem bin ich hundemuede…