Squamish

Noch einen Tag im Bikepark von Whistler kann ich mir leider nicht leisten. Also heisst es Abschied nehmen. Der faeellt in diesem Fall gleich doppelt schwer. Einerseits ist Whistler schon ein Ort, wo man sehr nett radfahren kann. Andererseits wollte ich an meinem letzten Abend auch noch ein klein wenig was trinken gehen. Trevor, der bei seinem Bruder in Whistler kommt mit, und wir schaun, was man in Whitler noch so machen kann. Viel geht zwar nicht – fuer einen leichten Kater reicht es aber..

Besonders das „Garfinkels“ in Wihstler ist uebrigens eindeutig nicht zu empfehlen. Schlechte Musik – gepaart mit prolligen Tuerstehern, unattraktivem Publikum und gesalzenen Preisen…
Aber ich rolle ja schon wieder in Richtung Vancouver. Es geht bergab, Whistler liegt ja auch etwa 650 Metern ueber dem Meer – Vancouver ist am Pazifik. Ich rolle also recht locker und dennoch durchaus zuegig durch die Coast Mountains. Bei Squamish die Horsshoe Bay, ich rolle also am Meer entlang. Nach dem Geruch nach Zedernholz und Bergluft der letzten Tage riecht die Luft nun salzig und nach Meer. Etwa 25 Kilometer nach Sqamish kommt der letzte Zeltplatz vor Vancouver. Er ist heute zwar ausgebucht, aber ich frage ein Paerchen aus Quebec, ob ich mit ihnen ihren Platz teilen kann. Sie Sind einverstanden, und so ist diese Nacht mit 5 kanadischen Dollar die billigste auf meiner Reise.
squamish-campingplatz.jpg

Der Zeltplatz ist direkt am Meer gelegen, ich setze mich noch eine Weile auf einen der am Ufer angeschwemmten Baumstaeme und schaue zu, wie die Sonne hinter der Bergen auf der anderen Seite der Meerenge untergeht.

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Whistler Bikepark

Da ich ja auf Kanada-Tour bin habe ich zwar ein Mountainbike dabei, aber keines, das fuer den Bikepark geeignet waere. Am Vortag checke ich also schonmal das Angebot ab. Die drei groessten Verleiher, die ich finde haben Norco, Kona und Rocky Mountain Freerider und Downhillbikes im Angebot. Es gibt auch noch verschiedene kleinere Bikeshops in Whistler, die Bikepark-taugliche MTBs verleihen. Bei einem sehe ich sogar Perlen wie ein (allerdings etwas aelteres) Karpiel Armageddon.

whistler-bikepark-wallride.jpgAm Naechsten Tag will ich mir nach reiflicher Ueberlegung ein Rocky Mountain Switch holen. Als 4X Fahrer ist mir ein Bike mit nicht ganz so viel Federweg lieber.

Doch ich habe mich zu frueh gefreut. Ich bin im „51st state of America“‚ ohne Kreditkarte geht hier nichts.

Tief frustriert beschliesse ich, mein Glueck noch bei den anderen Verleihern zu probieren, bevor ich meiner Verzweiflung mittels Suizid oder Alkohol ein Ende bereiten werde.

Der erste, FanatikC, der die Norco Bikes verleiht kommt mir gleich richtig pampig, als ich ihm sage, dass ich keine Kreditkarte habe. Offenbar einer von den hochgebildeten Nordamerikanern, der noch nie mehr als 10 Kilometer aus seinem Dorf herausgekommen ist, und nicht weiss, dass man noch nicht ueberall so durchdigitalisiert und elektronisch erfasst ist, wie in den USA und offensichtlich auch Kanada.

Bei Garbanzo Downhill Rentals direkt neben der Talstation werde ich aber schliesslich doch noch bedient. Die Jungs sind uebrigens auch sonst supernett und zuvorkommend. Klasse Service in jeder Hinsicht. Wer sich in Whistler ein Rad fuer den Bikepark ausleihen will, dem sei dieser Shop also waermstens empfohlen. Ich muss den Herren allerdings irgendwie vertrauenswuerdig erschienen sein. Denn spaeter sagt man mir, dass Sie das im Normalfall auch nicht machen. Wer in Whistler also ein Bike vom Verleih holen will, dem sei also geraten, sich vor dem Urlaub eine Kreditkarte zu organisieren.whistler-a-line-drop.jpg

Mit umgerechnet ca. 120 Euro fuer den Verleih inklusive Helm, Protektoren und Handschuhen ist der Spass nebenbei gesagt auch nicht ganz Billig. Das Tiket fuer die Benutzung des Bikeparks kostet etwa 35 Euro am Tag, Dreitageskarten liegen bei ca. 80 Euro.

Ich hole mir also ein Kona Stab Downhillbike, eine Tageskarte fuer den Lift und ab geht es.

Von der Luft aus sieht man noch die Obstacles vom Crankworx Fetival sowie den Biker X Kurs. Mir kommt das kalte Grausen, weder das eine, noch das andere erscheint mir fuer einen Fahrer meines Kalibers irgendwie fahrbar….

Oben angekommen, folge ich deshalb erstmal der Beschilderung zu einem Beginner-Trail. Das ist jedoch einfach ein ganz normaler Singletrail, ohne irgendwelche Spruenge oder nennenswerten Anlieger.

bikepark-whistler.jpgAlso will ich jetzt einen Intermediate-Trail antesten, was Nummer zwei auf einer vierstufigen Skala bedeutet. Als ich in der Bikepark-Landkarte (Ja, das gibt es hier, bei ueber 40 verschiedenen Trails ist das auch sinnvoll) nachschaue, kommt ein Whistler-Local vorbei und erkundigt sich, nach was ich suche.

Die naechsten drei Abfahrten zeigt er mir, was ihm am besten gefaellt.

In der Dritten Abfahrt landen wir auf der legendaeren A-Line.

Die naechsten zwei Tage werde ich hauptsaechlich hier verbringen. Der Trail ist der absolute Hammer! Auf ca. 450 Hoehenmetern kommt keine Sekunde Langeweile auf. Anlieger, abwechselnd steilere und flachere Tables, 2 Speedpassagen und ein par Drops, die jedoch alle umfahrbar sind wechseln sich ab. Wenn man das Ding erst mal ein par mal gefahren ist, bekommt die A-Line einen unglaublichen Flow.

Leider reicht meine Zeit in Whistler nicht aus, um auch die anderen Trails ausreichend zuwhistler-a-line.jpg wuerdigen. Sie haben teilweise einen recht unterschiedlichen Charakter, Speed, Tables, Drops Northshore-Leitern und Steilpassagen stehen auf dem Programm. Namen wie Schleyer, Crack-Addict, Dirt Merchand oder Rock City sprechen fuer sich.

In den Zwei Tagen, in denen ich im Whistler Bikepark bin, habe ich mich erstens an das Downhillbike gewoehnt. Durch die anspruchsvollen Strecken konnte ich aber auch mein fahrerisches Level steigern. Es gibt in Whistler auch extra Uebungs-Sektionen, wo beispielsweise 4 immer hoeher werdende Drops nebeneinander stehen.

Am Schluss bin ich dann uebrigens auch den Worldcup-tauglichen Biker X gefahren. Der Slopestyle Parcours vom Crankworx Festival kommt dann vieleicht naechstes mal dran…!

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Whistler

Von Pemberton bis Whistler sind es gut 30 Kilometer. Es geht bergauf, aber ich lasse mir Zeit. Heute will ich etwas entspannen. Denn in Whistler ist schliesslich der groesste und bekannteste Bikepark der Welt…
Bevor ich den zu sehen bekomme, muss ich aber erstmal durch „Whistler Village“. Eine Retortenstadt fuer Touristen – nach der Einsamkeit der Berge und der Prairie ist das erstmal ein Kulturschock. So stellt man sich Ibiza in den Bergen vor. Alles sieht in etwa gleich aus, es ist schwer sich zu orientieren, und es wimmelt von bemueht schicken Menschen (teilweise auch durchaus gelungen :-)
Aber als ich an der Talstation der Bergbahn sehe, geht es mir wieder besser denn je: Was man allein von hier aus vom Bikepark sieht, ist heftiger, als alles, was ich von Deutschland her kenne.
Ich checke die Preise fuer Mietbikes aus und mache mir einen Platz in einer Jugendherberge klar.
Ich freue mich auf morgen!

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Pemberton

Von Lillooet aus fahre ich nach Pemberton. Das sind knapp 100 Kilometer, und auf der Karte sehen die aus wie ein gerader Strich. Doch am Vorabend habe ich schon gesehen, dass es Richtung Pemberton wieder richtig in die Berge geht. Jetzt beginnen die kanadischen Coast Mountains. Nach ca. 3 Kilometern Schonfrist geht es gnadenlos bergauf. Ein kleines Passtraesschen schlaengelt sich mit oftmals 15 Prozent Steigung durch die Berge. nach 8 oder 9 Kilometern geht es dann auch fast wieder soviel runter wie vorher hinauf. Bis Kilometer 60 ist jetzt wieder Uphill angesagt.
pemberton-pass.jpg
Langsam aber sicher kommt mir die Erkenntnis, dass es sich heute um die Koenigsetappe meiner Tour handelt. Sicherheitshalber habe ich auch heute 5 Liter Wasser dabei. Bis zum Abend sollten sie fast aufgebraucht sein…
Man kann wegen der Baeume und wegen des verwinkelten Tales nie sehen, wie die Strasse weitergeht. Aber als ich 100 Meter seitlich ueber mir einen Gletscher sehe, denke ich mir: Wenn es jetzt noch weiter hoch geht, haben die Beim Strassenbau hier etwas falsch gemacht.
Und tatsaechlich folgen jetzt erst einmal 10 Kilometer Hochebene, entlang des Cayoosh Creek, einem hier noch recht kleinen Bergbach.
Schliesslich kommt die Belohnung fuer die Strapatzen des Tages: Fast 14 Kilometer geht es ohne Pause bergab!
Trotz Satteltaschen und Kram werde ich bis zu 75 Kmh schnell.pemberton.jpg
Im Tal ist eine schoene Auenlandschaft mit breit dahinfliessendem Fluss. Entspannt, wie ich bin, werde ich hier erstmal gnadenlos von Moskitos ueberfallen. Aber zum Glueck habe ich ja mein kanadisches Insektenspray dabei, das mir auch schnell Ruhe verschaft.
Ich cruise noch ca. 10 Kilometer am Fluss entlang, bevor ich schliesslich Pemberton erreiche. Ich kaufe noch etwas zu essen ein und fahre noch 2 Kilometer weiter in Richtung Whistler, wo sich der Campingplatz „Nairn Falls“ befindet. Er ist schoen an einem eindrucksvoll durch die Berglandschaft rauschenden Fluss gelegen.
Einzig eine Dusche vermisse ich sehr. Das Insektenmittel ist auf Dauer doch recht klebrig, vom Schweiss des Tages ganz zu schweigen.

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