Whistler Bikepark
Da ich ja auf Kanada-Tour bin habe ich zwar ein Mountainbike dabei, aber keines, das fuer den Bikepark geeignet waere. Am Vortag checke ich also schonmal das Angebot ab. Die drei groessten Verleiher, die ich finde haben Norco, Kona und Rocky Mountain Freerider und Downhillbikes im Angebot. Es gibt auch noch verschiedene kleinere Bikeshops in Whistler, die Bikepark-taugliche MTBs verleihen. Bei einem sehe ich sogar Perlen wie ein (allerdings etwas aelteres) Karpiel Armageddon.
Am Naechsten Tag will ich mir nach reiflicher Ueberlegung ein Rocky Mountain Switch holen. Als 4X Fahrer ist mir ein Bike mit nicht ganz so viel Federweg lieber.
Doch ich habe mich zu frueh gefreut. Ich bin im “51st state of America”‘ ohne Kreditkarte geht hier nichts.
Tief frustriert beschliesse ich, mein Glueck noch bei den anderen Verleihern zu probieren, bevor ich meiner Verzweiflung mittels Suizid oder Alkohol ein Ende bereiten werde.
Der erste, FanatikC, der die Norco Bikes verleiht kommt mir gleich richtig pampig, als ich ihm sage, dass ich keine Kreditkarte habe. Offenbar einer von den hochgebildeten Nordamerikanern, der noch nie mehr als 10 Kilometer aus seinem Dorf herausgekommen ist, und nicht weiss, dass man noch nicht ueberall so durchdigitalisiert und elektronisch erfasst ist, wie in den USA und offensichtlich auch Kanada.
Bei Garbanzo Downhill Rentals direkt neben der Talstation werde ich aber schliesslich doch noch bedient. Die Jungs sind uebrigens auch sonst supernett und zuvorkommend. Klasse Service in jeder Hinsicht. Wer sich in Whistler ein Rad fuer den Bikepark ausleihen will, dem sei dieser Shop also waermstens empfohlen. Ich muss den Herren allerdings irgendwie vertrauenswuerdig erschienen sein. Denn spaeter sagt man mir, dass Sie das im Normalfall auch nicht machen. Wer in Whistler also ein Bike vom Verleih holen will, dem sei also geraten, sich vor dem Urlaub eine Kreditkarte zu organisieren.
Mit umgerechnet ca. 120 Euro fuer den Verleih inklusive Helm, Protektoren und Handschuhen ist der Spass nebenbei gesagt auch nicht ganz Billig. Das Tiket fuer die Benutzung des Bikeparks kostet etwa 35 Euro am Tag, Dreitageskarten liegen bei ca. 80 Euro.
Ich hole mir also ein Kona Stab Downhillbike, eine Tageskarte fuer den Lift und ab geht es.
Von der Luft aus sieht man noch die Obstacles vom Crankworx Fetival sowie den Biker X Kurs. Mir kommt das kalte Grausen, weder das eine, noch das andere erscheint mir fuer einen Fahrer meines Kalibers irgendwie fahrbar….
Oben angekommen, folge ich deshalb erstmal der Beschilderung zu einem Beginner-Trail. Das ist jedoch einfach ein ganz normaler Singletrail, ohne irgendwelche Spruenge oder nennenswerten Anlieger.
Also will ich jetzt einen Intermediate-Trail antesten, was Nummer zwei auf einer vierstufigen Skala bedeutet. Als ich in der Bikepark-Landkarte (Ja, das gibt es hier, bei ueber 40 verschiedenen Trails ist das auch sinnvoll) nachschaue, kommt ein Whistler-Local vorbei und erkundigt sich, nach was ich suche.
Die naechsten drei Abfahrten zeigt er mir, was ihm am besten gefaellt.
In der Dritten Abfahrt landen wir auf der legendaeren A-Line.
Die naechsten zwei Tage werde ich hauptsaechlich hier verbringen. Der Trail ist der absolute Hammer! Auf ca. 450 Hoehenmetern kommt keine Sekunde Langeweile auf. Anlieger, abwechselnd steilere und flachere Tables, 2 Speedpassagen und ein par Drops, die jedoch alle umfahrbar sind wechseln sich ab. Wenn man das Ding erst mal ein par mal gefahren ist, bekommt die A-Line einen unglaublichen Flow.
Leider reicht meine Zeit in Whistler nicht aus, um auch die anderen Trails ausreichend zu
wuerdigen. Sie haben teilweise einen recht unterschiedlichen Charakter, Speed, Tables, Drops Northshore-Leitern und Steilpassagen stehen auf dem Programm. Namen wie Schleyer, Crack-Addict, Dirt Merchand oder Rock City sprechen fuer sich.
In den Zwei Tagen, in denen ich im Whistler Bikepark bin, habe ich mich erstens an das Downhillbike gewoehnt. Durch die anspruchsvollen Strecken konnte ich aber auch mein fahrerisches Level steigern. Es gibt in Whistler auch extra Uebungs-Sektionen, wo beispielsweise 4 immer hoeher werdende Drops nebeneinander stehen.
Am Schluss bin ich dann uebrigens auch den Worldcup-tauglichen Biker X gefahren. Der Slopestyle Parcours vom Crankworx Festival kommt dann vieleicht naechstes mal dran…!